Von einer natürlichen Asymmetrie zu einem gerade gerichteten Pferd.

Vom natürlichen Gleichgewicht zur relativen Aufrichtung.

 

Das Geraderichten besteht in der Praxis aus Biege- und Beugearbeit. Unter geraderichtender Arbeit fallen verschiedene Übungen wie Volte, Schlangenvolte, Schulterhervor, Schulterherein, Travers, Renvers, Traversale und Piaffe. Die Seitengänge sind kein Ziel an sich, vielmehr sollen sie zum Ziel haben, ein geschmeidiges, biegsames, wendbares und vor allem geradegerichtetes Pferd zu entwickeln. Diese Übungen geben wieder, wie ein Pferd gerade gerichtet werden kann.

Die Übungen sollten nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Sie bauen logisch aufeinander auf, weshalb sie stets in der unten aufgeführten Reihenfolge angeboten werden. Muskeln, Sehnen und Bänder werden systematisch entwickelt und gestärkt. Auf diese Weise wird einer Überbelastung vorgebeugt.

Der Zeitraum, in dem ein Pferd eine Übung erlernt, variiert stark. Es können Tage, Wochen oder auch Monate vergehen. Diese Anlernphase ist deshalb so individuell, weil verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. U.a. der allgemeine Gesundheits- bzw. Fitnesszustand des Pferdes oder sein Körperbau. Genauso bedeutend ist die Geschicklichkeit des Trainers. Körpersprache, Feinfühligkeit, Timing und Geduld sind wichtige Trainervoraussetzungen.

 

Die Volte ist die 1. Übung beim Geraderichten. Damit werden die ersten 3 Basispunkte erarbeitet. Gearbeitet wird hierbei mit einem Kappzaum.

 

  1. Längsbiegung

Im ersten Schritt lernt das Pferd, sich gleichmäßig nach links und nach rechts zu biegen. Mit Längsbiegung ist die möglichst gleichmäßige und durchgehende seitliche Biegung in der Wirbelsäule  gemeint. Und zwar vom ersten Halswirbel bis zum letzten Schweifwirbel. Die Volte ist eine gute Übung, um die kurze Muskulatur zu strecken und die lange Muskulatur anzuspannen. Dadurch kann das Pferd auf beiden Seiten die richtige Längsbiegung annehmen und die Volte kugelrund laufen.

 

  1. Untertreten

Wenn sich das Pferd korrekt biegt, kommt seine innere Hüfte nach vorn, so dass das innere Hinterbein unter die Masse bzw. den Schwerpunkt gesetzt werden kann. Bei korrekter Biegung kommen die inneren Beine dichter zueinander und die Außenseite vom Pferd reckt und streckt sich. Die Innenseite spannt sich an.

 

  1. Vorwärts – abwärts

Durch das Stretchen der Außenseite vom Körper wird der Rückenmuskel an dieser Seite lang. Ein langer Rückenmuskel kann den Kopf nicht hochhalten, wodurch das Pferd seinen Hals fallen lässt. Wenn das Pferd also seinen Rücken loslässt, kann es seinen Hals vorwärts / abwärts strecken.

 

  1. Beugung inneres Hinterbein

Die wichtigste Übung der geraderichtenden Arbeit ist das Schulterherein. Die Volte sorgt für die Biegung der Wirbelsäule. Das Schulterherein sorgt für die Beugung der Gliedmaßen und für mehr Schulterfreiheit. Beim Schulterherein nimmt das innere Hinterbein vom Pferd mehr Last auf, wodurch es beugsamer gemacht wird und die äußere Schulter erlangt mehr Freiheit. 

 

  1. Beugung äußeres Hinterbein

Travers ist eine andere wichtige Übung in der Dressur. Sie sorgt dafür, dass die Schubkraft vom äußeren Hinterbein vermindert wird und dieses Hinterbein mehr zum Tragen gebracht wird. Das äußere Hinterbein tritt in dieser Übung unter den Schwerpunkt, wodurch es beugsamer gemacht wird. Das Renvers, die Traversale und die Pirouette sind vom Travers abgeleitet und zählen ebenfalls zur geraderichtenden Arbeit.

 

  1. Beugung beider Hinterbeine

Wenn das Pferd gelernt hat, seinen Körper zu biegen, sein inneres Hinterbein im Schulterherein zu beugen und zu vermehrter Schulterfreiheit gelangt ist, sein äußeres Hinterbein im Travers zu beugen und im Renvers und der Traversale zu erhöhtem Gleichgewicht gefunden hat, dann kann es aufgefordert werden, beide Hinterbeine zugleich zu beugen. Und zwar in der Piaffe.

 

Die geraderichtende Arbeit bereitet das Pferd auf Versammlung und Aufrichtung vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ruth Schummers